Samstag, den 30. Januar 2010 um 22:17 Uhr
Dieser Eintrag hat eigentlich nichts mit Fotos direkt zu tun. Eher geht es um ein paar Gedanken, die mich zur Zeit beschäftigen.
Seit Ende 2008 habe ich mit der Menschen-Fotografie begonnen. Sicherlich sind meine Fotos besser geworden, wenn auch noch nicht auf einem Niveau, wie ich es mir wünsche. Meine Persönlichkeit hat sich auch seitdem verändert. Viele bezeichnen mich inzwischen als Work-A-Holic. Aber ich ernte immer öfter Früchte meiner Arbeit...dann ist es doch eigentlich selbstverständlich, dass man gerne arbeitet, oder?
Auch wenn meine Fotos besser aussehen als einige der anderen Fotografen aus der Nähe, staune ich doch immer wieder über deren Ego. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich an mir selbst zweifle ... mit dem Gedanken spiele, alles hinzuschmeißen ... oder ein Shooting am liebsten absagen möchte. Wenn ich es dann aber doch durchziehe, fühle ich Erleichterung und bin meistens froh, es doch gemacht zu haben. Es hilft dann nur, einfach weiterzumachen. Ich könnte mir wahrscheinlich niemals verzeihen, wenn ich mir eine Chance entgehen lassen würde.
Wie kommt es, dass andere Fotografen derart von sich eingenommen sind und mein Ego doch eher bescheiden ausfällt (tut es das überhaupt, oder bin ich total blind mir gegenüber?)? Ich bin sicherlich auf einem guten Niveau. Aber dann lese ich Bücher oder schau mir Lernvideos an und merke, was mir an Wissen und Praxis noch fehlt ... wie (für mich) unermesslich umfangreich die Themen Fotografie und Bearbeitung sind. Sind es die Ansprüche, die ich an mich stelle?
Das Schwierigste ist doch nun also die korrekte Selbsteinschätzung. Müsste ich mich selbst auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen, wobei 1 den gemeinen Tittenknipser mit direktem Blitzen bzw. ungeschicktem Einsatz des Lichtes und 10 Calvin Hollywood oder Matthias Landsgesell darstellt, so würde ich mich mit einer 5 bewerten.
Generell kann ich bereits sagen, dass ich wohl nie mit mir völlig zufrieden sein werde.
Viele schmieren mir immer reichlich Honig ums Maul. Lob und Publikationen hier und da ... und dazu meistens eine Menge Shooting-Anfragen. Trotzdem fällt es mir überhaupt nicht schwer, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Was läuft bei mir falsch? Wie heißt es so schön: Für Künstler gibt es nur zwei Zustände: Entweder sie sind am Boden zerstört oder fliegen auf Wolke sieben. Irgendwie wahr.
Liege ich mit meiner Selbsteinschätzung richtig? Wie würdet ihr mich auf der angesprochenen Skala von 1 bis 10 bewerten? Bitte seid ehrlich.
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